Bei einem Gespräch beim OnNomi fragte mich Martin, wie denn der Stand meines „Energieprojektes“ sei und was ich denn eigentlich damit erreichen wolle. Dabei wurde mir bewusst, dass ich mich zwar schon länger recht intensiv damit beschäftigt habe aber all das doch recht Planlos angegangen bin. Zeit, das zu ändern.
Was will ich eigentlich erreichen?
Der Klimawandel ist etwas, was mich schon längere Zeit umtreibt und mir Sorgen macht. Mir ist zwar bewusst, dass mein Anteil daran sehr klein ist, aber das trifft vermutlich auf jeden Menschen auf diesem Planeten zu. Also will ich herausfinden wie groß mein Anteil wirklich ist und wie ich diesen sinnvoll minimieren kann.
Ich will aber am Ende nicht jeder Option, die meinen CO2e-Fußabdruck verringert, hinterher rennen um mich nicht im Klein-Klein zu verlieren. Ergo: es sollen die großen Brocken identifiziert und in der bestmöglichen Reihenfolge angegangen werden.
Warum CO2e? Was ist das?
Relevant für den Klimawandel ist ja nicht nur CO2, sondern auch Methan und unzählige andere Stoffe. Um das zu vereinfachen und all diese Stoffe bei der Betrachtung zu berücksichtigen, aber am Ende nur eine, vergleichbare Zahl zu haben, wird in den Studien und eben auch hier immer mit der CO2-Äquivalente bzw. CO2-equivalent oder eben kurz CO2e gerechnet.
Vorgehensweise
Erst habe ich mir einen Überblick über den CO2e-Fußabdruck meines 4-Personen-Haushaltes für jeden Bereich, wie z.B. Verkehr, Essen, etc, verschafft und anschließend wurden alle Bereiche bewertet, genauer untersucht und weiter unterteilt. Das wurde so lange gemacht, bis die einzelnen Punkte klein genug waren um die konkrete Zahlen zu ermitteln. Anschließend wurden Alternativen zu jedem Punkt gesucht.
In dem Zuge interessierte mich auch, was mich jeder einzelne Punkt bisher kostet und was jede Alternative kosten würde.
Um die Werte für CO2e in kg und Kosten in EUR der einzelnen Optionen untereinander vergleichbar zu machen, wurde nach folgenden Regeln vorgegangen:
- Für jedes Ding wurde die durchschnittliche Lebenserwartung ermittelt.
- Beim CO2e wurden die Werte für Herstellung und Entsorgung addiert und durch die Lebenserwartung geteilt, um einen jährlichen Wert zu erhalten. Dazu wurde anschließend noch der CO2e Wert für den jährlichen Energieverbrauch addiert.
- Bei den Kosten wurden die Total-Cost-Of-Ownership (TCO) ermittelt. Also wurden die Anschaffungskosten ermittelt und, bei Fahrzeugen, der Verkaufspreis abgezogen. Das dann durch die Lebenserwartung geteilt, so dass auch hier ein jährlicher Wert entstand zu dem dann noch die jährlichen Kosten addiert wurden.
Diese Vorgehensweise impliziert eine weitere Regel: jedes „Ding“ muss immer bis zum „Lebensende“ genutzt werden, ansonsten stimmen die Zahlen nicht.
Der vorzeitige Ersatz eines Dinges wurde jeweils nochmal gesondert behandelt und dabei wurden folgende Regeln angewandt:
- Nutzungszeitraum = Lebenserwartung der alten Option + Lebenserwartung der neuer Option
- jährliche Gesamtkosten je bei alter und neuer Option = (Einkaufspreis – Verkaufspreis) / Nutzungsjahre + laufende Kosten pro Jahr
- jährliches Gesamt-CO2e je bei alter und neuer Option = Herstellung&Entsorgung / Nutzungsjahre + jährliches CO2e durch Energieverbrauch
- Es wird immer je mit „alte Option bis Lebensende behalten“ verglichen.
- Beim Verkürzen des Nutzungszeitraumes der alten Option wird davon ausgegangen, dass man sich ganz am Ende nochmal die neue Option anschafft und auch diese bis zum Ende der Lebenserwartung behält.
- Die sich daraus ergebenden Zahlen zeigen nur, um wie viel besser oder schlechter pro Jahr der vorzeitige Wechsel ist. D.h. dieser Wert muss dann zu dem Δ CO2e bzw den Δ Kosten addiert werden.
- Details: Datentabelle, Reiter „Zeitpunkt finden“
Aus all diesen Zahlen für jede einzelne Option und deren Alternativen wurde dann eine Liste Handlungs-Empfehlungen erstellt und objektiv priorisiert.
Noch ein Hinweis: ich bin bei der Ermittlung der Zahlen in der Zeit etwas zurück gegangen. Somit habe ich einen Stand für „Initial“, als ich mich noch nicht um das CO2e-Thema aktiv gekümmert habe, einen für „Heute“ und einen „Plan“, dessen Zahlen dann gelten, wenn ich die sinnvollen Dinge alle umgesetzt habe.
Start: der Überblick
Grundlage für den ersten, groben CO2e-Fußabdruck war das Buch „Warum Meerschweinchen das Klima retten“, weil sich damit die Werte recht leicht ermitteln lassen. Es bietet einen guten Überblick und trotzdem werden alle Punkte recht detailliert betrachtet. Mit anderen CO2e-Rechner bin in den einzelnen Bereichen auf sehr ähnliche Werte gekommen, was mich bestärkt, dass das zumindest nicht komplett falsch ist.
Daraus ergab sich folgender CO2e Fußabdruck pro Bereich:
- Ernährung: 4.800 kg
- Mobilität: 8.200 kg
- Urlaub/Fliegen: 800 kg
- Freizeit/Haustiere: 4.200 kg
- Sonstiger Konsum: 4.600 kg
- Strom: 1.000 kg
- Bauen und Wohnen: 3.000 kg
Ergebnis: 26.600 kg CO2e
Bereiche bewerten und unterteilen
Das führte zu den Fragen: Welche Bereiche können oder müssen ignoriert werden? Und welche konkreten Optionen für Veränderungen stecken in in den interessanten Bereichen?
Ernährung
Wir kaufen nur noch Bio-Produkte und ich selber esse eher wenig Fleisch. Ich sehe derzeit keinen Ansatz, hier etwas zu verändern, was aber daran liegt, dass ich mich damit noch nicht beschäftigt habe. Aktuell kann ich dafür keine Energie aufbringen. Das verschiebe ich auf später.
Mobilität
Da sind die beiden Autos die Optionen für die weitere Betrachtung wurden. Damit verbleiben noch 200 kg CO2e für Schulbusse bzw. gelegentliche Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Da sehe ich keine Verbesserungsmöglichkeiten von meiner Seite aus.
Urlaub/Fliegen
Wir fliegen aus diversen Gründen nie. Die darin enthaltenen Dinge sind zu unterschiedlich und schwer greifbar und ich sehe derzeit keinen Ansatz, wo ich anfangen könnte. Das verschiebe ich auf später.
Freizeit/Haustiere
Ca. die Hälfte dieses Wertes macht unsere Hündin aus – die gehört zur Familie und basta. Aber für die Zukunft ist das durchaus eine Option, die ich hier genauer betrachten wollte. Als Alternative zu einem Hund nutzte ich die von meinen Kindern heißersehnten Kaninchen.
Die andere Hälfte dieses Postens sind Schwimmbad-Besuche. Und das nehme ich als Luxus, den ich mir und meiner Familie gönne. Außerdem sehe ich da die Verantwortung auch auf Seiten der Bad-Betreiber, hier für einen kleinere Fußabdruck zu sorgen – und ich selber sehe da keine großen Einflussmöglichkeiten.
Sonstiger Konsum
Das ist ein interessantes Thema, aber dafür auch extra komplex. Dafür habe ich aktuell keine Energie übrig. Das wird später angegangen.
Strom
Eigentlich nutzen wir Öko-Strom, was den Wert auf 100 kg CO2e senken würde und damit würde eine nähere Betrachtung gar keinen Sinn ergeben. Ich verwende hier stattdessen den CO2e Wert des deutschen Strom-Mixes von 2020. Der Öko-Strom-Preis, den ich ja aber bezahle, wird weiterhin verwendet.
Warum?
Das hat einerseits technische Gründe. Ich werde nie wirklich den Strom hier vor Ort bekommen, der in Nord-Skandinavien oder Süd-Italien eingespeist wurde. Allein der Leitungswiderstand ist dazu zu groß. D.h. egal, was passiert, technisch bekomme ich immer den Strom, der in meiner Umgebung eingespeist wurde. Und der stammt definitiv nicht von Wasserkraftwerken. Die paar Windräder hier in der Gegend dürften auch nicht reichen und auch wenn Geisenheim offiziell „Solarstadt“ ist, sind wir von der Selbstversorgung weit entfernt.
Da es für das lokale Stromnetz weder Zahlen noch Studien gibt, nutze ich das deutsche Stromnetz, weil es dem lokalen noch am ähnlichsten sein dürfte.
Und andererseits: Wenn ich jetzt also Öko-Strom beziehe, erteile ich dem Stromanbieter „nur“ den Auftrag, sich darum zu kümmern, dass genügend Öko-Strom eingekauft wird, dass mein Anteil rechnerisch Öko-Strom ist. Wenn jetzt alle in Deutschland das tun würden, würde dadurch aber keine kwh mehr an Ökostrom entstehen und fossile Stromgestehung plötzlich obsolet sein. OK, der Wechsel würde sich vermutlich deutlich Beschleunigen, aber das ist bei dieser Betrachtung des aktuellen Standes irrelevant.
Daraus ergibt sich für mich: realistisch ist die Rechnung mit dem lokalen Strommix. Für mich machbar der deutsche Strommix, weil ich nur dazu Zahlen habe.
Ergo:
Um den Wechsel vom normalen Strommix auf Ökostrom zu bewerten, wurde das als Option mit aufgenommen.
Außerdem wurden alle Geräte im Haushalt „einfach mal“ vermessen und jeweils als Option aufgenommen.
Bauen und Wohnen
Der Bestand, der hier mit 200 kg CO2e mit einfließt, wird nicht weiter betrachtet. Weil: ich wüsste nicht, wie ich etwas ändern kann, was in der Vergangenheit liegt.
Ansonsten sind noch Heizung und Warmwasser-Bereitung enthalten welche beide als Optionen aufgenommen wurden.
Ergebnis
Damit wurden ca. 14.000 kg CO2e bzw. 52 % des groben CO2e-Fußabdruckes genauer analysiert.
Die konkreten Optionen und die dazugehörigen Zahlen: siehe Datentabelle (Reiter: Grundwerte)
Neue Optionen: Strom selber erzeugen
Um der Energiewende auf die Sprünge zu helfen ist es auch möglich, Strom selber zu „produzieren“. Dank einer relativ neuen Regelung hat man die Möglichkeit bis 0,6 kwp (Kilowatt peak) Anlagen einfach so ans Netz zu klemmen. Der Netzbetreiber muss hierbei nur informiert werden, stellt aber dann einen rücklaufgesicherten Zähler, der wiederum Geld kostet. Und die andere Variante ist eine große Anlage mit einem Batteriespeicher.
Da ich mich nicht auf die Werbezahlen der Hersteller verlassen wollte, was den möglichen Eigenverbrauch angeht, musste ich etwas ausholen. Die Werte, zu welcher Zeit eine Solaranlage wie viel Energie bei mir am Ort liefern würde, sind leicht zu finden. Wann man selbst wie viel Strom verbraucht, muss man selber messen. In meinem Fall mit einem ESP mit Leuchtdiode und Photowiderstand der auf meinem Stromzähler klebt und den roten Punkt auf dem Drehrad „beobachtet“ (Sketch-Code, daraus ermitteltes Lastprofil). Aus den Zahlenreihen ließ sich dann leicht ermitteln, wie viel der Energie ich selber benutzen würde und was einfach ins Netz abließt.
Die konkreten Optionen und die dazugehörigen Zahlen: siehe Datentabelle (Reiter: Grundwerte)
Zahlen, Zahlen, nichts als Zahlen
Dann kam der aufwendigste Teil: Studien lesen, Berechnungen nachvollziehen und Fakten und Interpretationen auseinanderhalten und Stunden später feststellen, dass eine andere Studio all das mühsam gefundene wieder zunichte macht und ich von vorn beginnen darf. Ich habe zumindest den Eindruck gewonnen, dass die Werte jetzt brauchbar sind.
Tatsächliches CO2e der Energieträger
Wie viel CO2e wird durch den verwendeten Energieträger emittiert. Das beinhaltet auch die Menge an CO2e, die in der Prozesskette, also bei Herstellung, Anlieferung etc, entsteht. Das Zeug wächst ja schließlich nicht einfach in meinem Garten (und wenn doch, würde ich hier nicht mehr wohnen wollen).
Die konkrete Zahlen und Quellen dazu: siehe Datentabelle (Reiter: CO2e Energieträger)
CO2e bei der Herstellung
Neuanschaffungen wachsen ja leider auch nicht in meinem Garten (das wär mal was). Also muss ermittelt werden, wie viel CO2e bei der Herstellung emittiert wurde. Die Quellenlage ist hier leider sehr dürftig. Das PCF-Pilot-Projekt von 2009 war ein guter Start, wurde aber anscheinend nicht weiter verfolgt. Hier gab es zumindest ein paar wenige, konkrete Werte. Aber für viele der einzelnen Geräte musste ich anhand der vorhandenen, ähnlichen Daten schätzen. In der Datentabelle ist das auch entsprechend gekennzeichnet.
Bei der Verschrottung sieht es noch schlechter aus. Eine Studie über das Recycling eines Akkus gibt es zwar, aber sonst konnte ich nichts auftreiben und musste schätzen: ich ging pauschal von 1/3tel des Herstellungs-CO2e aus. In der Datentabelle ist auch das entsprechend gekennzeichnet.
Die konkreten Zahlen und Quellen dazu: siehe Datentabelle (Reiter: CO2e Herstellung&Entsorgung)
Wenn jemand bessere Werte oder gar Quellen hat, würde ich mich freuen davon zu hören.
Verbrauchter Strom in der Prozesskette
Ein interessanter Beifang: in den Studien war immer deutlich sichtbar, dass fossile Energieträger richtige Stromfresser sind, da zum Fördern, Verarbeiten und Transportieren eine recht große Menge an Energie aufgewendet werden muss. Um diese Ineffizienzen auch mal sichtbar zu machen, wurde der Wert bei den Fossilen Energieträgern in der Datentabelle jeweils mit aufgeführt.
Beim deutschen Strom-Mix habe ich das weggelassen. Kohleverstromung ist extrem ineffizient, aber überall jeweils das doppelte des Stromverbrauches zu sehen brachte mich nicht weiter.
Konkrete Zahlen und Quellen dazu: siehe Datentabelle (Reiter: Prozessketten-Energie)
Energiekosten
Um diese zu ermitteln wurden die aktuellen Kosten vom Januar 2021 genutzt.
Details siehe Datentabelle (Reiter: Kosten)
Lebenserwartung
Hier habe ich meine persönlichen Erfahrungswerte und lose Informationen über die Durchschnitte verwendet. Bei Fahrzeugen deckten sich die Zahlen exakt. Meine 6 bisherigen Fahrzeuge sind alle mit 12 Jahren entweder unwirtschaftlich geworden oder TÜV bzw. Technik erzwangen das Ende, was z.B. hier bestätigt wird: https://praxistipps.focus.de/lebensdauer-von-autos-alle-infos-zu-verschleiss-und-haltbarkeit_97525
Die Früchte ernten
Aus all dem ergab sich die folgende Liste:
| Alt | Neu | Status/Entscheidung | Δ CO2e in | Δ TCO in | Δ Prozessketten- Energie kWh/Jahr |
|---|---|---|---|---|---|
| Golf 5 | E-Motorroller | Erledigt, der Golf war eh austauschreif | -2.251 kg | >-1.619,93 € | -1.130 kWh |
| Opel Zafira | VW ID3 Pure | Sollte zügig passieren; Bei vorzeitigen Wechsel verbessert sich der Vorteil bei CO2e und Kosten sogar noch (Siehe Datentabelle, Reiter „Zeitpunkt finden“: „B“&„4“ vs „E“) |
-1.518 kg | -891,44 € | -1.879 kWh |
| Mittelgroßer Hund | 4 Kaninchen | Das passiert irgendwann | -1.750 kg | -851,67 € | |
| Warmwasser-Bereitung mit Gas&Strom | Warmwasser-Wärmepumpe | Ist in der Planungsphase; Bei vorzeitigen Wechsel verbessert sich der Vorteil bei CO2e und kosten sogar noch (Siehe Datentabelle, Reiter „Zeitpunkt finden“: „H“&„24“ vs „I“) | -1.031 kg | -145,90 € | -365 kWh |
| Opel Zafira | VW Golf 7 | Nicht die beste Alternative; Bei vorzeitigen Wechsel verringert sich der CO2e Vorteil, der Kostenvorteil verbessert sich sogar (Siehe Datentabelle, Reiter „Zeitpunkt finden“: „B“&„4“ vs „D“) | -968 kg | -1.057,17 € | -619 kWh |
| DE-Strom-Mix | Öko-Strom | Erledigt, weil gewollt | -960 kg | 209,28 € | |
| Opel Zafira | Ford Focus Turnier | Nicht die beste Alternative; Bei vorzeitigen Wechsel verringert sich der CO2e Torteil, der Kostenvorteil verbessert sich sogar (Siehe Datentabelle, Reiter „Zeitpunkt finden“: „B“&„4“ vs „C“) | -789 kg | -1.264,24 € | -504 kWh |
| Alte Fenster (+Heizung mit Gas) | Neue Fenster (+Heizung mit Gas) | Erledigt; Durch vorzeitigen Wechsel verbessert sich der Vorteil bei CO2e, der Kostenvorteil sank minimal (Siehe Datentabelle, Reiter „Zeitpunkt finden“: „J“&„24“ vs „K“) | -628 kg | -311,16 € | -277 kWh |
| DE-Strom-Mix-2020 mit Öko-Preis | Mein Strom + 3kwp Solaranlage + 3 kwh Speicher | Kommt irgendwann, ist aber schwierig zu Planen mit dem zerklüfteten Dach | -500 kg | -80,00 € | |
| Geschirrspühler (Klasse:A+++) | Das Nichts | Das ist keine sinnvolle Alternative | -196 kg | -169,90 € | |
| Leuchtmittel | Das Nichts | Das ist keine sinnvolle Alternative | -118 kg | -48,00 € | |
| Tiefkühltruhe (Klasse:A+++) | Das Nichts | Das ist keine sinnvolle Alternative | -102 kg | -96,23 € | |
| DE-Strom-Mix-2020 mit Öko-Preis | Mein Strom + 0,6kwp Solaranlage + 1 kwh Speicher | Nicht die Beste der Alternativen | -96 kg | -10,00 € | |
| DE-Strom-Mix-2020 mit Öko-Preis | Mein Strom + 0,6kwp Solaranlage | Wenn, dann nur als Bastelprojekt. Die Wirkung ist sehr gering. | -86 kg | -43,00 € | |
| DE-Strom-Mix-2020 mit Öko-Preis | Mein Strom + 0,3kwp Solaranlage | Nicht die Beste der Alternativen | -57 kg | -25,00 € | |
| Laptop | Das Nichts | Das ist keine sinnvolle Alternative. Ein neuer Laptop verbraucht übrigens nicht weniger Strom unter Vollast (TDP ist immer gleich). Man kriegt nur Mehr Leistung, die ich aktuell nicht brauche. | -54 kg | -224,00 € | |
| Kühlschrank (Klasse:A) | Kühlschrank (Klasse:A++) | Erledigt, weil der Alte nicht in die neue Küche passte; der vorzeitige Wechsel veränderte den Vorteil beim CO2e nicht, der Kostenvorteil verringert sich etwas (Siehe Datentabelle, Reiter „Zeitpunkt finden“: „P“&„10“ vs „Q“) |
-47 kg | -28,73 € | |
| Internet via Kabel | Internet via DSL | Nicht sinnvoll, DSL funktioniert hier nicht | -45 kg | -33,90 € | |
| Dunstabzugshaube | Das Nichts | Das ist keine sinnvolle Alternative | -39 kg | -56,27 € | |
| Vorhandene Drucker – nur Standby | Vorhandene Drucker – nur Standby + Schaltsteckdose | Erledigt, hatte nur Vorteile | -35 kg | -26,07 € | |
| Waschmaschine (Klasse:C) | Waschmaschine (Klasse:A+++) | Zu geringer Nutzen; Sofort ersetzen verschlechtert den Vorteil bei CO2e und Kosten etwas. Der Wechsel Erfolgt erst am Lebensende (Siehe Datentabelle, Reiter „Zeitpunkt finden“: „U“&„10“ vs „V) | -23 kg | -17,10 € | |
| Radio-Wecker | Das Nichts | Das ist keine sinnvolle Alternative | -10 kg | -11,26 € | |
| 2002er Microwelle – nur Standby | 2020er Microwelle – nur Standby | Erledigt, weil die Alte kaputt ging; Ansonsten hätte es keinen Sinn gemacht bei der geringen Wirkung | -7 kg | -8,59 € | |
| Wäschetrockner (Klasse:D) | Wäschetrockner (Klasse:A+++) | Zu geringer Nutzen; Wenn der kaputt geht, muss was ganz anderes her. Weil wir den so wenig nutzen ist das nicht sinnvoll. | -7 kg | -1,10 € | |
| Nachtlicht | Das Nichts | Keine sinnvolle Alternative | -7 kg | -3,40 € | |
| Videos streamen via vorhandener PS4 | Videos streamen via neuem TV-Stick | Zu geringer Nutzen; außerdem ist die Bedienung dann umständlich | -3 kg | -6,67 € | |
| Smartphones täglich aufladen | Das Nichts | Keine sinnvolle Alternative | -2 kg | -1,20 € | |
| Heizung mit Gas | Infrarot-Heizung | Nicht sinnvoll, da nur Nachteile entstehen | 47 kg | 129,70 € | -122 kWh |
Details zur Berechnung: siehe Datentabelle (Reiter: Liste aller Optionen)
Wieder zu einem Gesamtbild zusammensetzen
Aus all diesen Daten und den Entscheidungen lässt sich dann noch folgendes darstellen.
Berechnung dazu: siehe Datentabelle (Reiter: CO2e Anteile der Optionen)
Es geht in die richtige Richtung. Das Ziel, pro Kopf und Jahr nur 1.000 kg CO2e zu emittieren, kann also durchaus erreicht werden, wenn die letzten, großen vier Bereiche auch noch so drastisch verringert werden können.
Fazit
Die Zahlen mal komplett auseinander zu nehmen hat mir geholfen, ein genaueres Verständnis von all dem zu bekommen. Einige Optionen haben sich, entgegen meiner bisherigen Vorstellung, als ziemlich Nutzlos erwiesen. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden, denn jetzt kann ich mich ganz auf die Umsetzung konzentrieren mit dem Wissen, nicht an der falschen Stelle anzusetzen.
Außerdem habe gemerkt, welch hohen Energie-Standard ich hier schon genießen darf in meiner Hütte von 1996. Hier zum Vergleich der Erdgas-Verbrauch für Heizung und Warmwasser eines ungedämmten Hauses Baujahr 1983 – der große grüne Klotz rechts (Gasverbrauch pro Jahr: 2.500 m³). Damit hätte ich dann wohl ganz andere Herausforderungen.
Folgendes ist mir noch aufgefallen:
- An dem Gesamtbild ist selbst die große Solaranlage sooooo klein. Energie einzusparen ist also im aktuellen Stand sehr viel leichter, als ausreichend viel zu erzeugen. Immerhin spart man damit langfristig richtig Geld. Ich bin da noch unentschlossen.
- Strom zum direkten Heizen zu nutzen ist derzeit schlicht sinnfrei.
- Energie und damit auch CO2e zu sparen geht, zumindest bei meinen Optionen, immer mit Kosteneinsparungen einher. Das macht insofern Hoffnung, dass man mit dem Argument Geld andere auch ziemlich leicht überzeugen kann.
- Die Entscheidung ein Altgerät durch ein neues zu ersetzen, bevor das Lebensende erreicht ist, ist nicht einfach. Das Bauchgefühl hilft hier gar nicht weiter aber mit einer Rechenhilfe geht das gut.
- Fossile Energieträger verbrauchen richtig viel Strom bei der Produktion. Nicht genug, um den hohen Strombedarf eines E-Autos komplett zu decken, aber auch nicht unbedeutend. Interessant.
- Erdgas ist, wenn es aus Russland oder Amerika, oder ganz schlimm: Australien, stammt, keinen Deut besser beim CO2e als Benzin und Diesel. Von wegen „Klimafreundlich“.
- Fleischfresser, egal ob Haustier oder Mensch, sind ein echt großer Faktor.
- Autos, egal ob E oder nicht, sind wohl nicht der Weisheit letzter Schluss. E ist schon mal deutlich besser, aber noch lange nicht gut. Fahrt Bus und Bahn. Oder E-Motorroller 🙂 Vermutlich kommt man langfristig nicht drumherum, Autos, wenn sie denn unverzichtbar sind, mit so vielen Leuten wie möglich zu teilen.
Ernährung müsste mein „next big thing“ sein, aber das liegt mir so gar nicht, mich damit zu beschäftigen. Vielleicht kann ich jemand anderen aus der Familie dafür begeistern. Ich werde ich eher auf den „sonstigen Konsum“ konzentrieren. Und vermutlich immer mal wieder die Frage aufwerfen: was ist eine sinnvolle Alternative zum Auto mit einer Familie hier auf dem Land?
PS für Martin: ich dusche nach wie vor heiß und so lange ich will – ohne den Hauch eines schlechten Gewissens. Aber Autofahren, Fleisch essen und „shoppen“ – das geht nicht mehr so gut.

